Gemeinde Willingen (Upland)

Landwirtschaft im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Als "Hessisch Sibirien" bezeichnen die Südhessen mit leichtem Augenzwinkern den Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Tatsächlich, die Bedingungen für die Landwirtschaft sind nicht ideal. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen 6,5° C in den Höhenlagen und 8,5° C in den niedrigen Lagen, die Niederschlagsmengen sind dementsprechend hoch.
Waldeck-Frankenberg, im Herzen Deutschlands gelegen, ist der flächenmäßig größte Landkreis Hessens. Als typische Mittelgebirgsregion präsentiert sich der Kreis mit einer vielfältigen und abwechslungsreichen Kulturlandschaft, die über die Jahrhunderte hinweg von den Bauern geschaffen wurde.

Der Boden

© Rainer Sturm/pixelio
In Waldeck-Frankenberg werden insgesamt 70.000 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt, 40.000 davon als Ackerland, 30.000 als Grünland. Größere zusammenhängende Spitzenböden gibt es hier nicht. Gerade mal 15 Prozent der Böden sind als durchschnittlich einzustufen. Der größte Prozentsatz allerdings von 60 Prozent sind von unterdurchschnittlicher Qualität, 25 Prozent der Böden werden sogar als ungünstig eingestuft. 

Die Betriebe

© Marianne J./pixelio
Zur Zeit gibt es im Landkreis noch etwa 2.800 Betriebe, die mehr als zwei Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche haben. Rund 700 Betriebe davon werden im Haupterwerb bewirtschaftet, der Rest sind Nebenerwerbsbetriebe. Größte Rolle in der Waldeck-Frankenberger Landwirtschaft spielt die Tierhaltung, 70 Prozent des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe kommen aus diesem Bereich. Die Viehdichte liegt bei 1,1 Großvieheinheiten pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche und somit deutlich unter der momentan diskutierten zulässigen Obergrenze von zwei Großvieheinheiten pro Hektar. Aufgrund dieser guten Flächenausstattung der Betriebe ist eine grundwasserschonende Ausbringung der Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche, Stallmist) möglich. 

Die Rindviehhaltung

© Winfried Becker
Die dominierende Rolle spielt in den Ställen Waldeck-Frankenbergs die Rindviehhaltung, insbesondere die Milchviehhaltung. In rund 950 Betrieben werden insgesamt 25.000 Milchkühe gehalten. Dank über 250 moderner Boxenlaufställe lebt die größte Zahl der Tiere unter optimalen Bedingungen. Im Sommer steht zudem ein Großteil der Kühe auf der Weide. Die Tiere, ob Rotbunt oder Schwarzbunt, bereichern somit das Landschaftsbild und betreiben obendrein kostenlose Landschaftspflege zürn Wohl der Allgemeinheit. Da die Milchviehhaltung sehr arbeitsintensiv ist, gibt es in Nebenerwerbsbetrieben andere Formen der Rinderhaltung, wie beispielsweise die Mutter- und Ammenkuhhaltung. Das Fleisch dieser Tiere findet sich meist in der Direktvermarktung hiesiger landwirtschaftlicher Produkte. 

Die Schweinehaltung

© Sabine Menge/pixelio
Das zweite Standbein zur Sicherung des Einkommens aus der Tierhaltung ist die Schweinehaltung. Es gibt rund 480 Betriebe mit Zuchtschweinen und Ferkeln sowie 1200 Mastschweinehalter. Das Futter für die Schweine wird überwiegend aus dem im eigenen Betrieb erzeugten Getreide gewonnen, wie beispielsweise Gerste und Weizen.

Der Ackerbau

© Andreas Rieser/pixelio
Das Getreide wird auf etwa 65 Prozent der rund 40.000 Hektar Ackerfläche angebaut. Im Vordergrund stehen dabei Weizen und Wintergerste. Anspruchsvolle Sonderkulturen sind in Waldeck-Frankenberg wegen der ungünstigen Standortbedingungen nicht zu finden. Eine wichtige Rolle im Anbau spielt zudem der Körnerraps mit fast 16 Prozent Flächenanteil, 11 Prozent Anteil der Ackerfläche werden mit Futterpflanzen bestellt, wie Silomais, Feld- und Kleegras. 

Das Grünland

Bei einem großen Teil der Grünlandbewirtschaftung handelt es sich tatsächlich um absolutes Grünland, das heißt, hier dienen die Flächen ausschließlich zur Futtergewinnung. In vielen Lagen sind drei bis vier Schnitte pro Jahr möglich. Etwa 35 Prozent des Grünlandes werden zudem extensiv genutzt, mit geringem Viehbesatz und mit keiner oder nur einer geringen mineralischen Stickstoffdüngung. Diese Flächen befinden sich überwiegend in staatlichen Extensivierungsprogrammen. 

Die Verwaltung

© Rainer Sturm/pixelio
Im Zuge der Verwaltungsreform in Hessen wurde die Landwirtschaftsverwaltung mit Beginn des Jahres 2000 völlig neu organisiert. Die Bereiche Förderung und hoheitliche Aufgaben wurden in diesem Zuge als Hauptabteilung der Staatlichen Abteilung des jeweiligen Landkreises zugeordnet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz (LFN) des Landkreises Waldeck-Frankenberg sind in Korbach, Auf Lülingskreuz 60, und in der Frankenberger Außenstelle, im Osterweg 20, zu erreichen. Die Aufgaben der LFN-Abteilung sind in zwei Abteilungen aufgeteilt: in die Abteilung Landwirtschaft und in die Abteilung Landschaftspflege, Forsten und Naturschutz. 

Abteilung Landwirtschaft

Hier geht es um die Umsetzung verschiedenster landwirtschaftlicher Fachgesetze, wie beispielsweise die Gesetze zum Pflanzenschutz, zur Düngemittelverordnung oder zu Futtermitteln. Neben der Überwachung dieser Gesetze in der Verwaltung, steht natürlich auch die Beratung der Landwirte im Vordergrund. Und da in Waldeck-Frankenberg viele Flächen als Wasserschutzgebiete ausgewiesen sind, gehört auch die Beratung bei Kooperationsverträgen zwischen Landwirten und Wasserversorgungsunternehmen zu den Aufgaben dieser Abteilung, Hauptschwerpunkt ist die Abwicklung und Umsetzung der unterschiedlichsten EU-Förderprogramme für Landwirte und für den ländlichen Raum.

Abteilung Landschaftspflege, Forsten und Naturschutz

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Der Landkreis verfügt über sehr viele naturschutzrechtlich wertvolle Flächen, die nur durch entsprechende Pflege- und Nutzungsauflagen erhalten und weiterentwickelt werden können. Das Erfassen dieser Flächen und der Abschluss von Pflegeverträgen mit Landwirten ist Hauptaufgabe dieser Abteilung.

Texte auf dieser Seite und weitere Informationen:
Landkreis Waldeck-Frankenberg
Fachdienst Landwirtschaft
Kurt Wagner
Auf Lülingskreuz 60
34497 Korbach
Tel. 05631 - 954-806
Fax: 05631 - 954-820
www.landwirtschaft-waldeck-frankenberg.de 
ANSCHRIFT
Gemeinde Willingen (Upland)
Waldecker Str. 12 - 34508 Willingen
Tel.: +49 (0)5632 4010
Mail: post@gemeinde-willingen.de
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